Weltreise 2008/2009

Wie kommt man auf diese Idee???

Reisen war eigentlich schon immer eine große Faszination für mich. Neue Länder kennenlernen und viele neue Eindrücke sammeln. Die Unterschiede zur Heimat herausfinden, die manchmal gar nicht so groß waren. Das Gewohnte hinter sich lassen. Ausbrechen.

Die ersten Reisen fanden natürlich mit meiner Familie statt. Mit Zelt und Wohnmobil oder Miethäusern haben wir viel von Europa gesehen. Finnland habe ich nur aus dem Bauch heraus „erlebt“, und von Schweden habe ich abenteuerliche Geschichten von meinen Eltern gehört, an die ich mich aber nicht mehr erinnern kann. Norwegen habe ich mit ca. 9 oder 10 Jahren kennengelernt, als ich mit einer befreundeten Familie für 10 Tage verreisen durfte. Und Dänemark – wer hatte nicht schon mal ein Haus in Dänemark? An der Nordsee oder am Fjord, meist in einer großen Siedlung mit Kieswegen, Dünen und Krüppeltannen. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft wir in Dänemark waren. Allein, mit Freunden von uns und auch mal mit Freunden meiner Eltern, im Sommer, im Herbst, sogar einmal zu Sylvester… und später, so mit 18, dann auch ohne Eltern und dafür mit reichlich Alkohol.

Auch prägend waren die Reisen nach Südeuropa – Frankreich, Spanien, Italien, und nicht zuletzt Portugal. Für mich habe ich irgendwo auf einer dieser Etappen beschlossen, dass Urlaub für mich nur dann Urlaub ist, wenn es 1. warm ist und 2. Wasser zum Baden gibt. Und ja, Kultur war auch immer dabei, zum Glück für uns Kinder damals aber in Maßen.

Etwas weiter in die Welt hinaus ging es im Alter von 17. Zu fünft (Basti, Helmar, Anna Marc und ich) und in Begleitung einer Mutter (nochmal Danke, Inge!) sind wir zu Freunden nach Südafrika geflogen, genauer gesagt nach Hermannsburg zu den Kruses, um Steffen, unseren abtrünnigen Hanstedter zu besuchen. Das erste mal fliegen, und dann gleich so weit! Südafrika war herrlich, ein großer Abenteuerspielplatz. Ausflüge in den Krüger National Park, ein Häuschen am Olifants-Fluss, ein anderes Häuschen am Meer in einem Vorort von Durban… das war genau nach meinem Geschmack.

Auf dem Rückweg haben wir im Flugzeug die südafrikanische Juniorenrudermannschaft kennengelernt, die auf dem Weg nach Polen zu den Weltmeisterschaften waren. Bestens verstanden, ein bisschen verliebt, und kaum zuhause angekommen eigentlich auch schon wieder auf dem Weg – nach Poznan in Polen. Eigentlich gegen den Willen meiner Eltern – aber da sie gemerkt haben, dass ich auch ohne Einverständnis aufgebrochen wäre, haben sie es lieber erlaubt und mir meinen Bruder (16) und einen Freund (15) mit auf den Weg gegeben. So hatten wir ein lustiges verlängertes Wochenende auf dem wahrscheinlich modernsten Campingplatz in Polen direkt am großen See und neben einer Trocken-Skianlage, wo Tino es am letzten Tag und nur Stunden vor der Abreise tatsächlich geschafft hat, sich den Daumen zu brechen, per Taxi ins Krankenhaus zu fahren, dort auch noch kostenlos operiert zu werden und mit uns den Zug zu erwischen, obwohl der Taxifahrer auch noch Flughafen und Bahnhof verwechselt hat und unser Abteil im Zug von Schmugglern als Zigarettenversteck missbraucht wurde, weil wir „Kinder“ so harmlos aussahen.

Die nächste Reise ging ein Jahr später, mit 18, nach Costa Rica und war für mich der bisher schönste Urlaub. Eigentlich wollten meine Eltern zusammen mit zwei befreundeten Ehepaaren und einer Bekannten fahren. Kurz vor Abreise hatte der Chef meines Vaters aber einen Herzinfarkt, so dass meine Eltern, um die Reise nicht komplett stornieren zu müssen, alles auf mich umschrieben. So konnte ich drei unvergessliche Wochen in Mittelamerika verbringen. Die ganzen Eindrücke hier aufzuzählen würde viel zu lange dauern. Am schönsten war, dass mein Vater dann doch noch für knapp 2 Wochen nachkommen konnte.

Meine Reiselust war also noch verstärkt worden. Die Sehnsucht nach fremden Ländern, besonders aber nach Ländern mit exotischen Pflanzen und vor allem viel Grün wuchs weiter in mir. Ein zweieinhalb Monate dauernder Aufenthalt in Kanada im Alter von 24 ging zwar klimatisch nicht ganz in diese Richtung, war aber ebenfalls ein Wahnsinnsabenteuer. Frei und ungebunden, so habe ich mich da gefühlt, als ich mit Christine die Rocky Mountains unsicher gemacht habe.

Die nächsten Jahre haben mich dann leider „nur“ nach Spanien, Portugal und mehrfach nach London geführt, aber im Herzen schlummerte die Sehnsucht nach der großen weiten Welt weiter. Der Entschluss, Neuseeland und seine vielfältige Natur kennenzulernen, stand irgendwann einfach fest. Konkret wurden die Pläne, als meine längste Beziehung in die Brüche ging und ich meinen Traum einer gemeinsamen Zukunft von einen Tag auf den anderen komplett aus meinen Gedanken streichen musste. All meine Energie wurde jetzt auf Neuseeland als Fluchtland konzentriert und die wildesten Pläne geschmiedet – die aber allesamt am Geld gescheitert sind. Außerdem kam immer mal wieder die Liebe dazwischen und meine Pläne wurde auf „irgendwann“ verschoben.

 

Die interessantesten Reisen habe ich noch einmal detaillierter aufgeschrieben!

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