24.10. – Strandausflug und Ernakulum

Nach all dem Stress der letzten Tage wollten wir uns heute mal etwas Entspannung goennen. Der Geschaeftsfuehrer unseres Guest Houses hat uns empfohlen, mit TukTuk und Faehre zu einem Strand auf einer anderen Insel ueberzusetzen, wenn wir einen schoenen Strand haben wollen. Gesagt, getan. Todesmutig haben wir uns zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen in ein Dreirad begeben und sind mit einer Faehre von der Hauptinsel „Fort Cochin“ zu einer ca. 500 m entfernten Insel Vypeen gefahren. Dort ging es fast 24 km von der Sued- zur Nordspitze, wobei die gesamte Strasse ein einziges Dorf war. Es reihte sich Haus an Haus, Laden an Laden. Es gab keine freien Stellen! Auch der Verkehr war chaotisch wie eh und je, jeder ueberholt jeden und alles, und sei es, dass wir mit dem TukTuk viermal von dem selben Bus ueberholt werden und wir ihn an jeder Haltestelle wieder einholen.
Nur weil alle in eine Richtung fahren ist das noch lange keine Einbahnstrasse - Ueberholmanoever pur!

Nur weil alle in eine Richtung fahren ist das noch lange keine Einbahnstrasse - Ueberholmanoever pur!

 

Trotzdem scheint das Fahrsystem zu funktionieren, da jeder auf jeden Ruecksicht nimmt. Wir kamen also heil am Strand an. Leider schlug unser Glueck wieder zu und es fing an zu stuermen und zu regnen. Nun ja, anscheinend wirklich Rain Season… Wir haben dem Wind und dem Regen zunaechst noch ein bisschen getrotzt und uns fuer eine halbe Stunde am Strand die Beine vertreten, da es zwar warm war, aber zum Baden leider viel zu gefaehrlich.

Sturmfrisur

Sturmfrisur

Schoener Strand im Regen

Schoener Strand im Regen

Dann wurde es uns allerdings doch zu nass und wir haben uns entschieden, nach Ernakulum zu fahren und dort ein bisschen das Stadtleben zu geniessen und mal wieder zu versuchen, ein Zugticket nach Bangalore zu erhaschen. Natuerlich ist diese Geschichte erfolglos verlaufen. Momentan sind naemlich Ferien in Indien, und alle Zuege leider, leider ausgebucht… wir werden wohl am 30. per Flieger nach Bangalore reisen muessen, um unseren anderen Flieger nach Bangkok zu bekommen. Naja. Wir haben uns in Ernakulum dann noch etwas umgeschaut, in einer sehr merkwuerdigen Bar ein Sandwich gegessen, weiterhin vergeblich nach Salz gesucht (irgendwie bekommen wir hier nirgends Salz, was die Tomaten/Gurken langsam etwas fad macht) und sind schliesslich zurueck nach Cochin gefahren. Auch hier haben wir uns noch ein bisschen die Stadt angesehen, was aber durch die wieder einmal sehr aufdringlichen Verkaeufer etwas muehsam war. Das Problem ist, dass es durchaus schoene Sachen gibt, die man sich genauer ansehen will. Man traut sich aber schon gar nicht mehr, in irgendeine andere Richtung als die Strasse direkt vor den Fuessen zu sehen, weil man sofort regelrecht in die Laeden hineingezogen wird, sobald man auch nur einen Seitenblick riskiert. Immerhin haben wir es geschafft, ein Backgammon-Spiel zu ergattern, obwohl uns die Verkaeufer auch gleich wieder noch Schmuck fuer billige 48 US-$ verkaufen wollten… „just have a look, you don“t need to buy, just look“. Jaja, und wenn man dann guckt und dann sagt, dass man doch nichts kaufen will, sind sie beleidigt…

Gerade als wir an der Kasse waren und das Spiel bezahlt haben, gab es wieder einmal einen Stromausfall. Nicht unueblich hier. Als wir dann den Laden verliessen, wussten wir allerdings ausnahmsweise einmal, warum. Direkt gegenueber hatte sich ein Tanklaster mit seiner Leiter dummerweise in einer Stromleitung verfangen und anscheinend ein oder mehr Kabel abgerissen und auch noch den Mast halb mitgezogen! Zum Glueck war es wohl ein Wassertransporter. Ich hatte mir in Gedanken schon den Knall ausgemalt, wenn es vielleicht ein leicht Leck geschlagener Benzintransporter gewesen waere…

Wir haben es dann zu Fuss noch bis zu den Chinesischen Fischernetzen am Hafen von Cochin geschafft, wo wir eigentlich nach frischem Fisch Ausschau halten wollten, um ihn dann von unseren Gastgebern kochen zu lassen. Aber auch hier hatten wir wieder Pech mit dem Wetter – ein erneuter Regenguss hat uns dazu gebracht, ein drittes mal in den rollenden Wahnsinn einzusteigen und die 600 m nach Hause zu fahren, um nicht wieder so plattschnass wie gestern zu werden. :-)

Ein Platz im Trockenen

Ein Platz im Trockenen

Zum Abendessen im benachbarten Restaurant gab es dann eine recht originelle Lichtshow fuer alle Anwohner: Stromausfall. Aber man hat ja einen hauseigenen Generator! Dummerweise hatte der auch irgendeine Macke, d.h. 30 Sekunden Licht, 10 Sekunden Stromausfall, wieder 30 Sekunden Licht, dann 10 Sekunden Dunkelheit. Wir hatten kurzzeitig ueberlegt, die dunklen Phasen zu nutzen und uns aus dem Staub zu machen, da Roberts Fischeintopf wohl nicht so doll war. Mein Huehnchen war lecker wie immer! Aber ich haette mich an Fisch-Curry auch nicht freiwillig herangetraut. :-)

Morgen gibt es eine Tour in die Backwaters, die ca. 6 Stunden dauert und pP 7.- Euro kosten wird. Wir sind schon sehr gespannt! Vor allem hoffen wir natuerlich, dass es nicht nur regnet und man auch das eine oder andere schoene Foto machen kann. Joa, soviel zu heute.

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