23. 10. – Cochin/Kochi

Abfahrt am 22. 10.

Dank Internet haben wir etwa eine Stunde vor Abfahrt endlich herausgefunden, dass auch Robert von der Warteliste auf die Passagierliste gerutscht war und nur ein Abteil neben mir eingebucht war. Puuuh, eine ganze Lawine von Steinen ist uns vom Herzen gefallen! Wir hatten uns ja innerlich schon ein wenig darauf eingerichtet, dass einer von uns schwarz fahren wuerde. Das hatten wir damit aber schon mal umschifft.

Am Bahnhof hiess es dann allerdings erstmal warten, warten, warten. Von unserer Anreise nach Goa wussten wir, dass die Zuege hier nicht allzu puenktlich sind – damals waren es 3 Stunden. Diesmal allerdings nur knapp eine Stunde, die wir uns damit vertrieben haben, eine Packung Kekse an einen der streunenden Hunde zu verfuettern. Wir haben das allerdings erst getan, nachdem wir eine indische Familie dabei beobachtet haben, die ebendiesen Hund gestreichelt und geknuddelt hat und er sich alles gefallen liess. Deren Kekse hat der Hund aber nicht angeruehrt, sondern kam auf direktem Wege zu uns, als Robert die Packung gezueckt hat. Fuer den Rest der Wartezeit hatten wir einen sehr beharrlichen Bewacher, der uns auf Schritt und Tritt gefolgt ist. Wir haben zwar versucht, ihn an einen Englaender zu verkaufen („Wanna buy a dog?“), der allerdings selbst schon fuenf „Flohbeutel“ Zuhause hat. :-) Unser „Hero“ sass neben uns Wache, bis wir in den Zug einsteigen mussten.

Im Zug war es diesmal auch etwas komfortabler, denn wir sassen nicht mehr zu sechst in einem Abteil, sondern nur noch zu viert, da wir 2. Klasse mit A/C gebucht hatten. Das kam uns sehr entgegen, da man 1. mehr Platz hatte und 2. es nicht so laut und hektisch war. Wir haben auch gleich nach Abfahrt einen sehr netten Inder gefunden, der mit mir das Abteil getauscht hat, so dass Robert und ich im gleichen Abteil hausen konnten. Die Fahrt ging diesmal schneller, war ja auch nur halb so lang. Allerdings haben wir die vielen Verkaeufer vermisst, die vorher alle 20 Minuten durch die Gaenge rannten und Kaffee, Tee und kleine Leckereien verkauft haben. Hier kam alle 2 Stunden jemand mit einem Kaffeepott vorbei. Naja, gut fuer die Hueften ist es allemal.

Am 23. kamen wir gegen halb zwei in Kochin an, fuer mein Empfinden viel zu frueh, da ich mit mindestens 16 Uhr gerechnet hatte (Verspaetung eben). Am Bahnhof wurden wir auch gleich schon angesprochen, ob wir ein Taxi braeuchten, und sind dann endlich mit einem Tuk-Tuk gefahren, dem dreiraedrigen Fortbewegungsmittel vieler Inder. Sehr wendig und schnell, aber fuer unser Empfinden etwas unsicher und ausserdem schlecht gepolstert, so dass man bei jedem Schlagloch an die Decke gehuepft ist. Trotz aller Zweifel, die uns waehrend der Fahrt aufkamen, haben wir Fort Kochin heil erreicht und dort in dem bislang besten Guest House unserer Reise eingecheckt, im „Mother Tree“. Es handelt sich um ein dreigeschossiges, sehr schmales Haus mit 5 Gaestezimmern und sehr, sehr freundlichen und engagierten Besitzern. Die (sehr kleinen)  Zimmer sind extrem sauber, bis auf eine Ameisenstrasse im Bad und zwei, drei Moskitos leben wir allein. Alles ist frisch gestrichen und sieht sehr gut aus, kein Vergleich zu den abgewohnten Hotelzimmern oder dem Guest House in Anjuna Beach. Fotos folgen!

Was uns im Moment etwas zu schaffen macht ist der Regen. Wir haben es trotz intensiver Vorbereitung tatsaechlich geschafft, die Regenzeit zu uebersehen, und puenktlich ab 15/16 Uhr zieht der Himmel zu und es giesst immer wieder wie aus Kuebeln. Trotz Regenjacken waren wir nachmittags so durchweicht, als waeren wir mit Kleidung ins Meer gesprungen. Daher gibt es heute auch noch keine Fotos – Kochin im Regen sieht langweilig aus. Wollen wir mal hoffen, dass es vormittags wenigstens schoen ist! :-)

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