Unser vorletzter Tag mit Kulwant, und unsere letzte kulturelle Station. Auf nach Agra! Von Jaipur nach Agra war es wieder einmal eine vier- bis fuenfstuendige Fahrt, allerdings mit reparierter Klimaanlage. Gott sei dank! Da merkt man mal wieder, wie verwoehnt wir Europaeer doch sind…
In Agra ging es zunaechst zum Hotel, wo wir in Rekordzeit einchecken mussten. Am Freitag hat das Taj Mahal nicht geoeffnet, also mussten wir noch am gleichen Nachmittag hin, wenn wir es besichtigen wollten. Und wir wollten! Schliesslich ist das Taj Mahal eigentlich das beruehmteste Bauwerk, was Indien zu bieten hat, ein Foto war also ein Muss! Wir sind quasi zum Eingang geflogen, wo Kulwant uns rausgeworfen hat, und dann flotten Schrittes ab zum Palast. Es ist in der Tat ein auesserst beeindruckendes Bauwerk!
Wir schlossen uns der Flut von Tausenden an und haben das Taj Mahal aus allen erdenklichen Positionen fotografiert. Nicht zu vergessen: Wir sind dann doch hinter einem „Mitarbeiter“ hergelaufen, der uns – umsonst – die schoensten Stellen fuer Fotos zeigen wollte. Aber glaube niemals einem Inder! Natuerlich hielt er anschliessend doch die Hand auf. Wir wollten im 50 IR geben, aber das war ihm zu wenig, er wollte mehr. Wir haben uns aber diesmal nicht herumkriegen lassen und fanden das genug, da er uns gerade mal 15 Minuten seiner Zeit geopfert hatte. Immerhin haben wir jetzt wirklich viele schoene Fotos von diesem herrlichen Gebaeude.
Wir haben zwar wieder mal keinen schoenen Sonnenuntergang gehabt (richtig, die Sonne ging in einem Dunstschleier unter), aber das Licht war trotzdem schoen.
Wir wollten eigentlich zu Fuss zum Hotel zurueck, was sich aber dank zahlloser Strassenhaendler als ziemlich schwierig erwies. Wir haben uns zunaechst in ein Internetcafe gefluechtet, wo wir u.a. unseren Flug nach Bangkok gebucht haben, und sind dann in ein schoenes Restaurant abgebogen, was zwar lecker Essen, aber ziemlich kleine Portionen hatte. Damit nicht genug: Um den Haendlern zu entkommen haben wir uns entschlossen, mit einer Riksha bis zum Hotel zu fahren. Bei jedem Auto, das von hinten kam, haben wir um unser Leben gebangt! Trotzdem sind wir heil angekommen, und die grosse Ueberraschung: unser Guide kannte natuerlich den Riksha-Fahrer. Kulwant scheint entlang seiner Tour durch Rajastan wirklich jede einzelne Kuh zu kennen. Es gab keinen Ort, wo er niemanden kannte! Ueberall war es ein staendiges „Hallo“ und „Wie geht es dir?“. Sehr beeindruckend!
Wir haben unseren letzten Abend mit vier ziemlich teuren Kingfisher-Bieren ausklingen lassen und schon mal unsere Sachen fuer den naechsten Tag gepackt. Mit dem Nachtzug soll es von Agra nach Goa/Madgaon gehen.


