10.10. – Ranakpur

Erst seit einer Woche in Indien, aber mir kommt es vor, als sei Deutschland wirklich weit, weit weg, und das nicht nur raeumlich gesehen! Es gibt einfach so viel zu entdecken und zu sehen! Wuerde ich mir nicht jeden Tag Notizen machen, haette ich mein Zeitgefuehl sicher schon ganz verloren.

Heute hatten wir eine verhaeltnismaessig kurze Fahrt von Jodhpur bis nach Ranakpur, laecherliche 150 km auf relativ guter Strasse. An einem der kleinen Strassencafes haben wir dann zwischendurch wieder ein Taesschen Tee genossen (und uns ueber die Zustaende amuesiert), und sind dann entspannt weitergefahren. Unsere heutige Unterkunft ist relativ einfach, strahlt aber durch und durch Gemuetlichkeit und eine familiaere Atmosphaere aus.

Unser Kulturprogramm war heute zum Glueck recht knapp gehalten, lediglich die Besichtigung im wohl bedeutendsten Jain-Tempel Indiens stand auf unserer Liste. Eine wie immer wunderschoene Anlage mitten im Nirgendwo.

Unser Fahrer hat uns dort abgesetzt, und wir sind spaeter zu Fuss zurueckgelaufen, 3 km bis zum Hotel.

Dabei haben wir einen kleinen Abstecher in die „Wildnis“ unternommen und dort eine Wasserstelle fuer Tiere entdeckt, die leicht aus einem Kitschfilm haette stammen koennen: Ein kleines, schmales Tal, rechts und links gesaeumt von felsigen Huegeln, in der Mitte die Wasserstelle und dahinter eine grasende Kuhherde. Am Horizont ein weiterer Berg, dazu eine unglaubliche Stille. Wir haben uns dort eine zeitlang aufgehalten und einfach nur der Kuhherde beim Grasen zugeschaut.

Wild-West-Romantik

Wild-West-Romantik

Zum Abendessen gab es endlich mal wieder Fleisch: Robert und ich haben uns ein Brathaehnchen geteilt. Fleisch gibt es hier verhaeltnismaessig selten zu essen, viele Hindus sind Vegetarier. Wenn ueberhaupt Fleisch, dann meistens Gefluegel. Fisch essen sie seltsamerweise auch nicht viel, dabei hat Indien nun wirklich viel Kueste zu bieten. ^^ Mal sehen, ob das im Sueden auch so ist.

Morgen geht es auf eine 18km lange Trekkingtour zum naechsten Fort. Unser treuer Guide Kulwant nimmt unser Gepaeck im Auto mit, waehrend wir durch den Dschungel stapfen. Allerdings bin ich gespannt, ob es noch etwas „dschungeliger“ wird, bisher wuerde ich es bestenfalls als etwas gruener und waldiger als in der Wueste bezeichnen. Dschungel ist fuer mich eher richtiger Regenwald. Na, mal abwarten!

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