Tag 8 – Kapitulation

Der schwarze Tag in meinem kurzen Drachenfliegerleben (oder vielmehr: Drachenträgerleben) – durch die große Gruppe und die eigentlich zu wenigen Drachen wurden wir zum Teil neu zusammengewürfelt, und ich musste meinen Baby-Drachen aufgeben und an einen etwas größeren wechseln. Für mich war das schon mit einem etwas unguten Gefühl verbunden, da ich ja selbst mit dem kleinen Biest nicht zurecht kam. Hm. Und so hat es mich eigentlich auch nicht wirklich verwundert, dass ich

1. auch hier – natürlich – wieder weit unter den anderen starten sollte (frustrierend),
2. die Balance nicht fand (frustrierend),
3. auf den Knien landete (noch frustrierender)
und schließlich beschloss, jetzt sofort und auf der Stelle das Drachenfliegen sein zu lassen.

Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, denn schließlich hatte ich ja Robert gerade erst überzeugt (oder überredet?), die zweite Woche auch noch zu bleiben. Und er hatte hauptsächlich wegen mir zugestimmt. Außerdem war es äußert deprimierend zu sehen, wie alle anderen immer höher und höher kletterten und von dort in die Luft stiegen, während ich gerade zwei mickrige Male die Füße etwas vom Boden gelöst hatte und auch am 8. Tag den Drachen immer noch nicht richtig aufnehmen konnte. Aufgeben ist immer eine blöde Sache, weil man sich seiner Schwäche so sehr bewusst wird. Aber ich musste mir hier auch eingestehen, dass es einfach keinen Sinn hatte, die Sache jetzt mit Gewalt voranzutreiben und mir die restlichen Urlaubstage auch noch zu vermiesen. Für mich war also Schluss mit dem Fliegen – aber um es positiv zu sehen habe ich mich schon auf das Ausschlafen am nächsten Tag gefreut.

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