Dienstag und Mittwoch spielte das Wetter leider nicht so richtig mit. Während wir Dienstag noch voller Tatendrang mitsamt Drachen und sonstiger Ausrüstung an den Übungshang fuhren, um dort dann stundenlang im kalten Nieselregen stehen zu müssen und auf den Wind warteten, der nicht kam, sah es Mittwoch schon anders aus: Ausschlafen, Frühstück um halb zehn, und dann Theorie. Endlich mal nicht um 6:00 aufstehen! Yes!!!
Donnerstag sah es dann auch wettertechnisch schon wieder besser aus und wir fuhren bei Sonnenschein (und Minusgraden mit gefrorenen Scheiben und Rauhreif auf dem Rasen) wieder auf unsere Schafwiese. Für mich sehr frustrierend war aber dann, dass alle anderen irgendwie plötzlich schon abhoben und einige Schritte in der Luft machten, während ich mich mit meinem Drachen auf dem Rücken weiter am Boden herumquälte. Blöd, das. Schließlich soll der Drachen MICH tragen und nicht andersrum. Naja.
Donnerstag nach dem Drachenfliegen gab es aber ein weiteres Highlight, das diesen Tag zu einem besonderen machte: Wir fuhren zu siebt zu einer Höhlentour (Ghassem hatte sich bei einem Absturz den Brillenbügel in die Nase gerammt und verzichtete auf weitere Anstrengungen an diesem Tag), die deutlich anstrengender und aufregender war als das Drachenfliegen. Gleich zu Beginn seilten wir uns 17m in die Tiefe ab, um dann im Dunkel der Höhle zu verschwinden. Es gab, wie in Australien, sehr enge, glitschige und steile Passagen, und es ging immer tiefer und tiefer in die Erde. Etwa nach der Hälfte der Strecke mussten wir uns abermals ein ganzes Stück abseilen, diesmal über einem kleinen See, und dann durch Pendelbewegungen ans Ufer schwingen. Basti ging dabei leider baden, da half auch der Overall nicht mehr viel. Von dem See aus bewegten wir uns jetzt bis zum Fuß der Höhle immer über oder neben einem kleinen Flusslauf, dem Rest von dem Wasserlauf, der vor Zigtausend Jahren die Höhle geformt hatte. Unten angekommen fanden wir uns in einer riesigen Höhle wieder, wo wir neben Stalagtiten und -miten auch Kristalle an den Wänden und Knochen von Steinzeitmenschen bestaunen durften. Wie die hierhergelangt waren … vielleicht ertrunken? Der Aufstieg war ein ziemlich anstrengendes Unterfangen, da wir an den Stellen, wo wir vorher abgeseilt worden waren, jetzt klettern mussten, bzw. die 17m mit Fußschlaufe aufseilen durften. An diesem Abend taten die Muskeln ausnahmsweise mal nicht vom Drachentragen weh, und ich fühlte mich großartig, weil ich Passagen geschafft hatte, wo andere hängenblieben (stimmt’s, Robert?).
Freitag sah das Bild am Übungshang ähnlich aus wie Donnerstag: alle kletterten am Übungshang höher und höher und höher – und ich blieb unten. Es war zum Verrücktwerden, echt! Ich konnte machen, was ich wollte – irgendwie habe ich die Balance für das blöde Vieh nicht gefunden, und ohne die richtige Starthaltung hebt das Ding natürlich auch nicht ab. Tipps und Tricks habe ich zur Genüge bekommen, aber anscheinend nicht den richtigen für mich. Hm.
Janni! Ich finde es Schade das es so frustrierend für Dich war.
Habe auch keine Idee was ich hätte anders machen sollen. Sportlich bist Du ja, als gute Voraussetzung.
Eine Woche probieren, während die anderen in der Gruppe sich steigern und steigern, ist natürlich schwer für das Ego – doch jeder hat sein eigens Tempo – auch in anderen Dingen im Leben.
Ich wünsche Dir das es dennoch als schöne Urlaubswoche bei Dir hängenbleibt, und Du kannst das Drachenfliegen auch im Doppelsitzer ohne Schleppen am Berg erlernen – frag mal die Silja – die geht jetzt am Seil in die Luft!
Von: Thomas K am 28. September 2010
um 12:03 nachmittags