Am 9.5. haben wir es getan: nach langer, langer Abstinenz haben wir uns also endlich wieder auf die lange Teerschlange begeben, die uns von Katherine im Northern Territory an die Ostkueste bis nach Cairns bringen sollte. Distanz: laecherliche 2522 Kilometer! Da die Zicke nicht mehr die juengste und auch nicht gerade die sportlichste ist, sind wir gemuetlich an die Sache herangegangen. Hinzu kam, dass unser Lichtschalter eine ziemliche Macke entwickelt hat und wir nur noch mit Fernlicht fahren konnten. Wir haben uns daher - soweit die Rastplaetze es zugelassen haben – darauf beschraenkt, nur bis in die Daemmerung zu fahren. Am ersten Tag haben wir nur knapp 160 Kilometer zurueckgelegt und einen gemuetlichen Stopp an den Hot Springs von Mataranka eingelegt, wo wir auch auf dem Weg nach Norden schon einmal gerastet hatten. Herrlich! An den folgenden Tagen haben wir dann aber doch etwas laenger auf der Strasse ausgehalten und ordentlich Strecke hinter uns gebracht. Antreibender Faktor war die absolute Einoede um uns herum. Man konnte den Gegenverkehr schon etliche Kilometer sehen, besonders im Dunkeln. Manchmal hat es mehr als 10 Minuten gedauert, bis man sich endlich begegnet ist. Laaaaangweilig! Zum Glueck hatten wir ein Hoerbuch dabei, was uns ueber die grenzenlose Oede gerettet hat. Entlang der Strasse gab es immer wieder Raststellen, die bei Einbruch der Dunkelheit ploetzlich lebendig wurden. Bis zu 20 Camper haben sich dann eingefunden und sich fuer die Nacht eingerichtet.
![DSC_0242 [800x600] DSC_0242 [800x600]](http://velgerin.files.wordpress.com/2009/05/dsc_0242-800x600.jpg?w=500&h=332)
![DSC_0256 [800x600] DSC_0256 [800x600]](http://velgerin.files.wordpress.com/2009/05/dsc_0256-800x600.jpg?w=500&h=332)
![DSC_0247 [800x600] DSC_0247 [800x600]](http://velgerin.files.wordpress.com/2009/05/dsc_0247-800x600.jpg?w=500&h=332)
Mit zunehmender Oede nahm allerdings auch noch etwas anderes zu, naemlich der Spritpreis. In Katherine kostete der Liter Benzin 1,22 $. Knapp 400 Kilometer entfernt waren es dann schon 1,60 $, und der Hoehepunkt waren 1,78 in der Mitte vom Nirgendwo und weit entfernt von jeglicher anderen Versorgungsmoeglichkeit. Sogar ein Eis kostete fast doppelt so viel wie sonst, so dass wir uns heroisch jeder Naschmoeglichkeit verweigert haben. Die Erleichterung kam schliesslich an der Ostkueste, die wir am 13.5. erreicht haben: Benzin fuer 1,10$ (etwa 55 Eurocent)!
Und noch eine Erleichterung: Aus der Einoede von bleichen Rinderweiden wurde urploetzlich etwa 100 Kilometer vor Townsville eine gruene Wildnis. Die Landschaft von Queensland hatte uns schon vorher eigentlich am besten gefallen, aber jetzt ware wir regelrecht erleichtert, sozusagen aus der Wueste direkt in den Regenwald zu kommen. Herrlich! Zwischen Townsville und Cairns hatten wir dann auch das erste mal seit langer Zeit wieder Kontakt zum Meer und haben den Anblick richtig genossen. Natuerlich war auch im passenden Moment die Sonne hinter den momentan allgegenwaertigen grauen Wolken hervorgekommen, um uns fuer unsere Strapazen zu entschaedigen. Mal schauen, wie sich das Wetter entwickelt. Vielleicht haben wir ja Glueck?