In Cairns angekommen haben wir uns zunaechst auf einem Campingplatz eingenistet, um nicht jeden Abend nach einer neuen Unterkunft/Dusche/Toilette Ausschau halten zu muessen. Unser Wahl war absolut perfekt – unser Campingplatz muss der schoenste von ganz Australien sein! Neben wunderschoen angelegten Plaetzen mit unsagbar gruenem Gruen und sehr viel Platz zum Nachbarn, den sehr sauberen Duschen (mit Musik auf dem WC) bietet der Campingplatz auch noch Unterhaltung wie in einem teuren Ferienclub – Wasseraerobic in einem der zwei Pools, kostenloses Tennis, Fahrradverleih, Tauchschnupperkurse, Freilichtkino… und nicht zuletzt 2 Stunden kostenloser Internetzugang pro Tag mit dem eigenen Laptop. Wir fuehlen uns gerade wie im siebten Himmel!
Die ersten Tage in Cairns haben wir damit verbracht, uns die Stadt anzusehen und unsere Zicke mit Teppich auszustatten, was nicht ganz einfach war. Am 18. hatten wir schliesslich die Nase voll und haben uns auf den Weg in den Norden gemacht, um endlich wieder richtig gruene Natur und vor allem Meer um uns herum zu haben. Unser Ziel: der Daintree Nationalpark inklusive Cape Tribulation.
Unser erster Stopp lag allerdings doch etwas naeher an Cairns, als gedacht. Kaum aus der Stadt heraus haben wir an der Strasse ein verlockendes Schild entdeckt: Harveys Crocodile Adventure.
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Da wir Krokodile bisher nur in der Zeitung gesehen hatten war es an der Zeit, sie einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Und wir waren ziemlich beeindruckt! Obwohl wir hier mit etwa 5.5 m nicht einmal die wirklich richtig grossen Krokodile zu Gesicht bekommen haben (die Salzwasser-Kroks koennen bis zu 8.5 m lang werden), waren wir froh, dass sie hinter Sicherheitszaeunen waren. Wir haben bei den Fuetterungen der Salz- und Suesswasserkrokodilen zugeschaut. Fuer alle, die den Unterschied nicht kennen: Suesswasserkrokodile werden „nur“ etwa 3.5 m lang und sind verhaeltnismaessig ungefaehrlich. Sie beissen einen eigentlich nur dann, wenn man sie bedroht oder im Wasser versehentlich (oder absichtlich?) auf sie drauftritt. Die Fuetterung war auch etwas ruhiger und gesitteter als bei den Salzwasserkrokodilen. Die Salzwasserkrokodile sind diejenigen, die auch fuer uns Menschen gefaehrlich werden koennen. Das gemeine ist, dass sie sowohl im Suesswasser als auch im Salzwasser in der Naehe von Flussmuendungen vorkommen. Sie sind deutlich groesser, und wir stehen auf ihrem Speiseplan, wenn sie gerade hungrig sind. Man kann die beiden Spezies gut an ihrem Maul unterscheiden, da die „Salties“ ein breites Gebiss und die Suesswasserkroks ein eher spitzes, schmales Gebiss haben. Die Fuetterung der Salzwasserkrokodile war auch deutlich spannender, da es hier richtig zur Sache ging, sobald ein Stueck Fisch oder Fleisch ins Wasser geworfen wurde. Die Suesswasserkrokodile haben sich im Gegensatz dazu sehr viel zivilisierter benommen. Am interessantesten war die Vorfuehrung der sogenannten Todesrolle, mit der ein Salzwasserkrokodil sein Opfer toetet. Sobald das Krok irgendetwas erwischt hat, wird das Opfer an irgendeinem Koerperteil so schnell wie moeglich in tieferes Wasser zurueckgezogen. Dort rollt sich das Krokodil zT mehrfach um die eigene Achse, um seinem Opfer die Orientierung zu nehmen und es zu ertraenken. Ein Krokodil kann stundenlang unter Wasser bleiben – wer also einmal in seinen Faengen ist hat wenig Chancen, lebendig wieder herauszukommen.
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![DSC_0646 [800x600] DSC_0646 [800x600]](http://velgerin.files.wordpress.com/2009/05/dsc_0646-800x600.jpg?w=500&h=332)
Nachdem wir uns endlich von den Krokodilen losreissen konnten, haben wir es noch bis in den Daintree Nationalpark geschafft. Auch hier sind wir aus dem Staunen oder vielmehr aus dem Bewundern nicht mehr herausgekommen – so viel dichtes Gruen! Fuer mich war es wie eine Rueckversetzung nach Costa Rica.
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Da wir aber schon etwas spaet dran waren, haben wir nur noch einen sehr wichtigen Stopp hingelegt, bevor wir uns auf einen Campingplatz zurueckgezogen haben. Dieser Stopp war bei einem Eiscremehersteller. Es handelt sich hier aber nicht etwa um gewoehnliches Eis, sondern um 100%iges Fruchteis, hergestellt aus den verschiedensten tropischen Fruechten. Der Becher des Tages bestand aus: Soursop, Yellow Sapate, Wattle Seed – und Erdbeer. Der Geschmack war etwas ungewoehnlich, aber sehr lecker!
Nach weiteren Basteleien an der Zicke (wir haben ihr einen neuen Teppich gegoennt) und einer anschliessenden sehr erholsamen (weil ohne Verkehrslaerm ruhigen) Nacht haben wir uns nach dem Fruehstueck wieder auf den Weg in die Gruene Hoelle gemacht, um bis zum Cape Tribulation zu fahren. Die Strecke war etwa 25 km lang, aber durch die schmale Strasse und viele Kurven und Berge ging es eher gemaechlich voran.
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Cape Tribulation
Unser Ziel des Tages hatten wir also erreicht. Wir haben es uns fuer eine Weile am wunderschoenen Strand gemuetlich gemacht, die Zehen ein wenig in das Wasser getaucht (keine Sorge, wirklich nur dort, wo es richtig flach und dank des kristallklaren Wassers weit einsehbar war) und es uns unter der Sonne einfach gut gehen lassen.
Auf dem Rueckweg haben wir dann an verschiedenen Wanderwegen angehalten, um uns einen weiteren Eindruck vom Regenwald zu machen. Ein Weg war besonders interessant, da er drei verschiedene Vegetationszonen umfasste: Regenwald, Sumpf und Mangrovenwaelder. Die Wege waren wie eigentlich immer sehr gut ausgebaut, und unterwegs gab es viele Hinweisschilder zu Pflanzen, aber auch zu Tieren und Insekten.
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Ohne Saege kein Vorankommen!
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Einfach nur wunderschoen…
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![DSC_0606 [800x600] DSC_0606 [800x600]](http://velgerin.files.wordpress.com/2009/05/dsc_0606-800x6001.jpg?w=99&h=150)
Rasiermesserscharfes Schilfgras, das etwa 4m hoch wird.
Gegen Nachmittag haben wir uns ziemlich geschafft, aber auch ziemlich gluecklich wieder auf den Heimweg gemacht. Wir haben fuer uns beschlossen (was wir eigentlich schon vorher wussten), dass Queensland wirklich das schoenste Bundesland von Australien ist. Am besten gefaellt es uns hier im tropischen Norden, und auch Cairns ist eine absolut sehens- und liebenswerte Stadt.