1.1. – 8.1. Sydney und Umgebung

 

 

Nach unserer ausgiebigen Sylvesterparty mit den anderen Deutschen haben wir beschlossen, die Stadt erst einmal Stadt sein zu lassen und etwas mehr Ruhe am Wasser zu suchen. Es hat uns von Sydney etwa 30 km suedlich bis nach Gray“s Point verschlagen, wo wir in einer ruhigen Seitenstrasse direkt am Wasser fuer zwei Naechte unser Lager aufgeschlagen haben und eigentlich den fehlenden Schlaf nachholen wollten. In der zweiten Nacht waren leider irgendwelche waschbaeraehnlichen Tierchen um, unter und auf unserem Auto unterwegs und haben uns stundenlang unseren Erholungsschlaf verwehrt… Das war wohl zu dicht an der Natur…

keine Ahnung, was das ist...ausser laut

keine Ahnung, was das ist...ausser laut

Unsere Angelkenntnisse hatten sich bis dahin leider noch nicht verbessert, auch nach stundenlangem Versuchen hier kein Erfolg. Naechstesmal versuchen wir es dann mit Wuermern und Raupen und was da so gekrochen kommt. :-) Danke Gerhard!

Am 3.1. haben wir uns in ein riesiges Einkaufszentrum gewagt, weil wir mal wieder unter Menschen kommen wollten und vor allem unsere Vorraete aufstocken mussten. Das Ding war wirklich ein Irrgarten, wir haben keinen einzigen Wegweiser oder gar eine Uebersichtskarte gefunden, und noch dazu ging der Komplex ueber 3 ganze Blocks! Leider nicht einfach nur geradeaus, sondern mit Ecken und Sackgassen. Allein den Rueckweg zum Auto zu finden war ein Abenteuer – aber einen Pluspunkt wollen wir doch hervorheben: Es gab dort einen „Lueneburger“ Baecker, der tatsaechlich ECHTES Schwarzbrot verkauft hat! Nicht nur das, die Verkaeuferin war auch noch eine Deutsche. Hach, war das schoen!

Anschliessend sind wir wieder zurueck nach Sydney gefahren und haben uns an unserem momentanen „Campingplatz“ niedergelassen: Eine ruhige Sackgasse direkt an der Rushcutters Bay, einer der nobelsten Wohngegenden von Sydney. Hier gibt es diverese Yachtclubs, einen Park entlang der Bucht, und zu unserem Glueck eine Toilette UND eine Dusche mit warmem Wasser (gehoert wohl zu einem der Clubs)! So ein Luxus! Ich muss zugeben, dass mir das warme Wasser beim ersten Mal sogar zu warm war und ich es auf lauwarm heruntergedreht habe. Inzwischen habe ich mich aber sehr gut daran gewoehnt. Den Platz hatten uns die deutschen Jungs von Sylvester empfohlen, und hier haben wir dann auch die Maedels Franzi, Lili und Vicky (ebenfalls von Sylvester) alle paar Tage mal wieder getroffen.

Die Zicke schlafbereit an der Rushcutters Bay

Die Zicke schlafbereit an der Rushcutters Bay

Von diesem aeusserst bequemen Standort aus wollten wir in Ruhe Sydney erkunden, aber irgendwie kam immer was dazwischen. Zuerst haben wir uns mit Kristin und Nadine getroffen, zwei Maedels aus Delitzsch, die Robert kennt. Am 3.1. haben wir uns in deren Mietwohnung zusammengesetzt und unsere bisherigen Reiserouten und Erlebnisse verglichen, und uns fuer den 4.1. gleich wieder verabredet, um gemeinsam Hugo“s Pizzeria unsicher zu machen. Hugo“s ist aber nicht irgendeine Pizzeria, sondern angeblich einer der angesagtesten Clubs in Sydney: bis 22 Uhr 5 $ Eintritt, 5$ pro Pizza und 5$ fuer Cocktails. Das ganze in einem sehr stylischen Rahmen. Das hiess: Es ist Sonntag – aber egal, wir muessen heute shoppen gehen! Fuer mich „das kleine Schwarze“, und Schuhe fuer mich und den Herrn. Die Suche nach den richtigen Klamotten hat den ganzen Tag in Anspruch genommen, aber immerhin erfolgreich. Puenktlich um acht hatten wir einen Platz ergattert und unsere Pizza bestellt. Leeeeeecker!

 
chic, chic!

chic, chic!

Insgesamt muss man sagen, dass die Leute in Sydney sehr viel schicker herumlaufen als in Hamburg. Wahrscheinlich liegt es an den waermeren Temperaturen, dass fast alle Frauen im Minikleid oder zumindest in Minishorts mit sehr luftigen Tops ausgehen, vielleicht haben sie aber auch einfach einen besseren Geschmack. Hier macht es jedenfalls Spass, sich mal richtig aufzubrezeln, wenn man weggeht.

Am 5. sind wir endlich bis ins Stadtzentrum vorgedrungen, um uns bei einem Informationszentrum mit Material ueber Sydney zu versorgen. Mit kiloweise Prospekten im Gepaeck sind wir von Darling Harbour wieder zu unserem Stammplatz zurueckgefahren – nachdem wir fuer 1 Stunde im Parkhaus schockierende 16$ zahlen mussten! Unser „kurzer Ausflug“ hatte schon wieder so lange gedauert, dass wir den Start unserer Sydneytour auf den naechsten Tag verschoben haben. Aber auch da sind wir nicht wirklich vorangekommen: zuerst haben wir uns auf die Suche nach einem Autoradio gemacht, da unsere musiklose Phase ein Ende haben sollte. Das hat laenger gedauert als gedacht, und um 16 Uhr waren wir schon mit meinem ehemaligen Mitschueler Thorsten am Circular Quay verabredet. Auch von Thorsten, der zwischenzeitlich 9 Monate in Sydney gelebt und gearbeitet hat, gab es viele nuetzliche Tipps und Hinweise. Am besten war der Tipp, dass wir uns eine Wochenkarte fuer Bus/Bahn/Faehre kaufen, damit wir nicht staendig nach einem Parkplatz suchen muessen und vor allem Sydney aus allen Perspektiven kennenlernen. Gesagt, getan und Ticket gekauft. Wieviel Glueck wir damit mal wieder hatten, durften wir feststellen, als wir die Zicke auf dem Rueckweg auf dem Parkplatz eingesammelt und auf dem Weg zum „Campingplatz“ mit einem sehr stoerrischen Getriebe zu kaempfen hatten. Und kaum standen wir dort, wo wir wohnen, hat sich der Geberzylinder komplett verabschiedet, womit die Kupplung nun ganz ausgefallen war…. Wenigstens waren wir dank Karte immer noch mobil, und wir hatten unseren Stammstandplatz heil erreicht… trotzdem lange Gesichter bei uns. Die naechsten drei Tage waren Stress pur – mit Bus und Bahn ging es von einem Autoteile-Laden zum naechsten und wieder zurueck, bis wir bei AutoOne endlich Erfolg hatten – und das Ersatzteil bestellt wurde. Parallel haben wir uns entschlossen, die Zicke etwas aufzupeppen und ihr ein Radio und eine zweite Batterie zu goennen. Also auch hier ordentlich Zubehoer wie Kabel, Kabelschuehe, Isolierband, noch mehr Kabel, Saegeblatt, Feile, Schalter fuer die Batterien … Bremsfluessigkeit, Rostloeser, Kontaktspray und so weiter und so fort kaufen und zur Zicke schleppen. Jeder Weg wollte gut ueberlegt sein – allein bis zu dem Haendler, der unser Ersatzteil hatte, haben wir dank des undurchsichtigen Nahverkehrs per Bus und Bahn 3 Stunden gebraucht, und nochmal so lange zurueck… nervenzehrend…

Am 7. gab es noch eine kleine Zwischenpause zum Erholen, als wir beim Weg zur Dusche am Yachthafen zufaellig mit einem Segler ins Gespraech kamen, der uns spontan eingeladen hat, mitzusegeln. Der Segelverein heisst Sailability und ist speziell auf Segelfreunde mit Behinderung ausgerichtet, die in normalen Booten nicht mitsegeln koennen. Fuer 10$ pro Person kann hier aber auch jeder ‘Normalbuerger“ mitsegeln. Unsere drei Segelpartner Clim, Don und Bob waren koerperlich behindert, haben uns aber sehr herzlich aufgenommen und vor allem Robert kraeftig mitarbeiten lassen. :-) Plus: Es war kein normaler Segeltoern, sondern eine 3stuendige Segelregatta in der Bucht vor der Harbour Bridge! Das ganze zunaechst bei strahlendstem Sonnenschein, und puenktlich mit dem ersten Regentropfen waren wir wieder im Hafen. Das Rennen in unserer Klasse haben wir uebrigens gewonnen.

unsere Jolle

unsere Jolle

Am 9. hatten wir endlich alle Teile fuer die Instandsetzung der Zicke beisammen, und Robert konnte sich so richtig ins Zeug legen. Batterie einbauen, Geberzylinder tauschen und Radio einbauen – ein Klacks, stimmts Robert?

fleissiger Handwerker

fleissiger Handwerker

Es hat auch nur knapp zwei Tage und etliche Nerven gedauert, und jetzt ist alles schick! Die Zicke faehrt wieder, und wir koennen Musik hoeren. Und am besten: wir muessen nicht mehr alle 3 Tage 5kg Eis kaufen, um unsere Lebensmittel kuehl zu halten, sondern der Kuehlschrank kuehlt jetzt endlich von allein. Sehr feine Sache!

Joa, nachdem der ganze Stress endlich vorueber ist wollen wir morgen nun endlich damit starten, Sydney anzusehen. Die letzten Tage war es mit knapp 21 Grad wesentlich kuehler als noch vor 3 Tagen mit 40 Grad, und abends ist es hier an der Kueste durch den Wind beinahe frostig, so dass wir mit langen Hosen und Pullovern durch die Stadt streifen. Jetzt hoffen wir natuerlich, dass es bald wieder besser wird, damit unsere Ausfluege auch richtig schoen werden. Na, wir werden ja sehen!

Nach Sydney wollen wir in die Blue Mountains aufbrechen und uns wieder naeher an die Natur wagen, bis wir uns weiter auf den Weg nach Sueden Richtung Melbourne machen. Mal schauen, was uns so erwartet!

Antworten

  1. Hallo ihr beide,muss ehrlich sagen Eure Berichte mit ihren up’s and down’s sind wirklch fantastisch und die Bilder dazu machen das ganze absolutely perfect.
    I mean,wenn alles so Butter leicht sein wuerde,haette man wohl viel weniger das Gefuehl sich in ein Abenteuer hineingestuerzt zu haben.
    Irgendwie lebt ihr mir jetzt vor,was ich mit absoluter Sicherheit in hoffentlich nicht all zu ferner Zukunft mit Gerhard tun muss und werde.

    Uebrigends die lieben suessen Tierchen die Euch nicht schlafen lassen wollten, nennt man „Possum“…das sind Nacht Tiere,die sich auch sehr gern in den Daechern von fluchenden anstatt schlafenden Menschenbewohnern aufhalten.

    We are looking forward to see wast Melbourne fuer Euch vorbereitet hat.

    Bye for now Gerhard and Gina


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