30.1. – 3.2. Great Ocean Road (im Regen)

 30.1. Melbourne

Nicht wirklich frisch (dank Saunatemperaturen im Inneren der Zicke) ging es um halb neun wieder auf die Piste und auf den Weg zum Backpackerhotel, um Tobi und Kristin einzusammeln. Unseren Plan, dort noch schnell zu duschen, mussten wir aber aufgeben, da wir dank Verkehrschaos genau puenktlich um zehn zum Auschecken vor Ort waren. Naja, dann eben nicht.

Noch schnell den Wicked Camper fuer die beiden eingesackt und ab Richtung Great Ocean Road!

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Am ersten spassversprechenden Strand haben wir angehalten und uns ordentlich abgekuehlt. Die Luft war heute schon viel angenehmer, um nicht zu sagen, fast kalt. Wahrscheinlich herrschen jetzt nur noch 3o Grad. J Auf dem Rueckweg zum Auto kam uns eine junge Frau mit einem kleinen Golden Retriever entgegen, den wir natuerlich alle knuddeln und betatschen mussten. Dabei stellte sich heraus, dass es gar nicht ihr Hund war, sondern ein Ausreisser. Wir haben ihr gesagt, dass wir uns darum kuemmern – und schon hatten wir einen niedlichen Kumpanen an unserer Seite.

 

Um den kleinen Finger gewickelt...

Um den kleinen Finger gewickelt...

Frisch gestaerkt mit Wasser haben wir uns dann zu 5. auf die Suche nach Herrchen und/oder Frauchen gemacht. Ziel: Am Campingplatz nebenan fragen, ob jemand einen Hund vermisst, und sonst von dort die Polizei rufen. Dummerweise haben wir niemanden gefunden, der einen Hund verloren hatte, und die Polizei wird in solchen Faellen auch nicht eingeschaltet. Stattdessen den Hund dahin zurueck bringen, wo wir ihn gefunden haben… naja, wir hatten ihn ja gar nicht selbst gefunden, haben uns aber trotzdem auf den Weg zurueck zum Auto gemacht. In Gedanken haben wir schon ueberlegt, wo zum Geier wir wohl heute nacht den Kleinen unterbringen, denn frei laufen lassen wollten wir ihn bei dem Verkehr auch nicht. Die Entscheidung wurde uns aber knapp 200 m vor unserem Ziel abgenommen, als ein weisser Pickup anhielt und der Fahrer quasi aus dem Auto sprang, als er seinen Schnuffel sah. Der Name uebrigens “Knower”. Knower hatte wohl die guenstige Gelegenheit einer nicht ganz geschlossenen Wohnungstuer genutzt und sich aus dem Staub gemacht… Herrchen gluecklich, Robert nicht so. In der kurzen Zeit war uns der kleine Strolch schon ganz schoen ans Herz gewachsen.

 

 

31.1. Torquay è Lorne ueber Bells Beach

 

Von Torquay ging es die wirklich wunderschoene und sehenswerte Great Ocean Road entlang Richtung Sueden.

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Am beruehmten Bells Beach wurde ein kleiner Zwischenstopp eingelegt – aber so toll war er nun auch wieder nicht. Ein Strand wie jeder andere. Also weiter nach Lorne. Auch hier hatten wir wieder Glueck und einen vielversprechenden Rastplatz am Ortrand entdeckt, auf dem wir es uns mit unseren Campern gemuetlich gemacht haben. Robert und Tobi konnten es nicht lassen und haben wieder einmal die Angel ins Wasser geschwungen – mit maessigem Erfolg. Wieviele Haken inzwischen im Meer versenkt sind haben wir schon nicht mehr gezaehlt…

Der Ort Lorne, im Reisefuehrer als lebendiges und ueberfuelltes Touristenziel  beschrieben, war eher ein sehr kleines und verschlafenes Doerfchen, das nur von den durchfahrenden Touristen lebt. Entsprechend waren auch die Preise – beinahe alles war doppelt so teuer wie bisher! Internet hat mit 15$ pro Stunde alles getoppt, was wir bisher gesehen hatten. Puh! Da hiess es sparsam sein und den Verlockungen widerstehen.

 

1.2. Lorne è Apollo Bay

Das Wetter hatte sich anscheinend ueberlegt, vom heissesten Tag seit 70 Jahren herunterzukuehlen auf lausige 20 Grad, das ganze gepaart mit wolkenverhangenem Himmel. Die Aussicht auf die Great Ocean Road war daher leider sehr sparsam und nicht unbedingt sehenswert. Schade, da es sich um die Strecke zwischen Lorne und Apollo Bay um einen der schoensten Abschnitte direkt an der Kueste handelt… Um den Tag nicht ganz als verloren zu sehen, haben wir bei Kennett River einen Abstecher ins Hinterland unternommen und uns auf die Suche nach Koalas gemacht. Zuerst haben wir nur hie und da mal ein Baerchen entdeckt, aber nach einer Weile hatte man raus, worauf mach achten musste, und schliesslich wimmelte es quasi nur so vor Koalabaeren.

 Und zum goldenen Abschluss haben wir dann tatsaechlich ein Tierchen entdeckt, das nicht wie alle seine Kumpanen in 15 Meter Hoehe versteckt im Geaest sass, sondern quasi auf Streichelhoehe herabgestiegen war und sich von allen Seiten fotografieren liess. Gestreichelt haben wir den Koala natuerlich nicht, da es ja schliesslich ein Wildtier ist. Ausserdem sollen sie mit Krallen und Zaehnen ziemlich gut umgehen koennen, wenn sie sich bedroht fuehlen.

 

Anschliessend haben wir uns im immer trueberen Tageslicht bis nach Apollo Bay durchgeschlagen, wo wir unser Nachtlager errichtet haben. Das miese Wetter haben wir bei zahlreichen Runden Uno einfach ausgeblendet und gehofft, dass es bis zum Morgen besser wird.

 

2.2. Apollo Bay è 12 Apostles

Das Wetter hat sich leider nicht gebessert, sondern noch verschlimmert. Morgens hatten wir so dichten Nebel, dass wir unsere lieben Nachbarcamper gerade noch sehen konnten. Gegen Mittag hatte sich die Wolkendecke ein wenig gen Himmel verzogen, aber leider nach wie vor keinen einzigen Sonnenstrahl zur Erde durchgelassen. Die verbrannte Erde wird es sicher dankbar angenommen haben, wir dagegen nicht. Die schoene Kuestenstrasse ist ohne Sonne nichts wert, die Fotos sind einfach langweilig. Wir haben zunaechst noch einen Kurzstopp am Lighthose von Otway eingelegt, uns aber angesichts von 15 $ Eintritt (ohne Turmbesteigung) spontan zur Weiterfahrt entschieden. Ziel: Die 12 Apostel (die gar keine 12 mehr sind). Das Wetter ist bisher leider immer noch nur maessig, also alles wolkenverhangen und grau. Wir werden hier uebernachten und hoffen ganz, ganz stark, dass morgen frueh alles besser aussieht und wir noch ein paar grandiose Fotos schiessen koennen.

 

3.2. 12 Apostles è Port Fairy

Nun ja, sagen wir mal so: Der Sonnenaufgang war leider auch nicht spektakulaer, da sich die Sonne immer noch hinter den Wolken versteckt hielt… Dafuer sind die Fotos aber okay. Etwas enttaeuscht haben wir uns daher wieder auf den Weg gemacht.

 

Bei einigen anderen Zwischenstopps hatten wir dagegen mehr Glueck, da sich die Sonne gegen Mittag entschieden hat, sich doch etwas mehr blicken zu lassen: Ein Blowhole und Thunder Cave (der Thunder hielt sich sehr in Grenzen und klang eher wie ein leises Murmeln), The Arch, Bay of Martyr und Bay of Islands.  Die ausgefressenen Felsformationen waren hier im Sonnenlicht sehr schoen anzusehen, und der Staat Victoria hat sich viel Muehe mit Informationstafeln gegeben. So haben wir zum Beispiel erfahren, dass die einzeln stehenden Saeulen in der Bay of Islands vor ca. 6000 Jahren noch zum Festland gehoerten, was einer Abbruchgeschwindigkeit von 2-3 cm pro Jahr entspricht. Tja, Australien wird irgendwann vom Meer verschlungen, allerdings duerfte es bis dahin noch ein paar Aeonen dauern.

 

Das war mal Australien

 

Nachdem wir wenigstens ein paar sonnendurchflutete Fotos machen konnten, haben wir uns von der Kueste verabschiedet und sind das letzte Stueck der Great Ocean Road bis Warrnambool gefahren. Robert und ich waren ziemlich verdutzt, dass die GOR hier tatsaechlich zu Ende sein sollte – dachten wir doch beide, dass damit die Strasse bis nach Perth bezeichnet wird. Trotzdem freuen wir uns auf die Fortsetzung unserer Route entlang der Kueste. Unser Nachtlager haben wir uebrigens in Port Fairy aufgeschlagen, wo wir quasi als kleine Entschaedigung zum missratenen Sonnenaufgang wenigstens einen anschaulichen Sonnenuntergang hatten.

 

Bis Freitag muessen wir nach Adelaide kommen, noch knapp 600 Kilometer. Tobi und Kristin geben dort ihren Wicked Camper zurueck, und dann muessen wir ueberlegen, wie es weitergeht. Eventuell fliegen sie zum Ayers Rock und anschliessend weiter nach Perth, waehrend wir die Landroute nehmen wollen.

Ein paar der Apostel

Ein paar der Apostel

Braves Baerchen, ganz braves Baerchen...

Braves Baerchen, ganz braves Baerchen...

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