… me

Ja ja, lang ist’s her, dass ich mal so niedlich und knuddelig war… so ein süßes Baby… meine Mutter ist zwar anderer Ansicht (ich sage nur: 12-Wochen-Koliken), aber ich glaube, Mütter müssen sowas sagen und insgeheim fand sie mich doch toll. Und dass sie mich an den Postboten verschenken wollte, weil ich so gebrüllt habe und ich nur Glück hatte, weil er ausgerechnet an diesem Tag nicht geklingelt hat – alles erfunden!
Geboren in Berlin-Wilmersdorf, also ein Großstadtkind. Da meine Eltern stolze Besitzer eines kleinen Schrebergartens mit Laube waren, hatte das Großstadtkind aber von Anfang an viel Kontakt zur Natur mit nachbarlichen Pflaumenbäumen, Körben voll wunderschöner Blüten (gell? Im Korb sahen die doch viel besser aus als am Stiel!) und von Oma hinterlistig in den Baum gehängten Kirschen, mit denen sie meine Eltern gefoppt hat. Der Garten war Spielplatz, und wenn es nicht ausreichte, gab es in der Nähe noch einen „richtigen“ Spielplatz mit all den schönen Geräten, die der heimatliche Garten nicht bieten konnte.
Als ich 14 Monate alt war bekam ich ein Brüderchen zur Seite gestellt. Anfangs wenig begeistert muss ich inzwischen aber zugeben, dass ich ziemlich stolz auf ihn bin. Gleiches gilt für meine Schwester, die dann nochmal knapp 16 Monate später in Gifhorn das Licht der Heide-Welt erblickte (übrigens die einzige Niedersachsin in unserer Familie).

Dank der Landliebe meiner Eltern wurden wir in die Lüneburger Heide „versetzt“ und wir drei kamen in den Genuss einer tierreichen Jugend mit allem, was da so kreuchen und fleuchen kann (siehe Family und so). Die Abgeschiedenheit des Dörfleins und die knapp bemessene Fernsehzeit führten außerdem dazu, dass wir uns noch selbst beschäftigen mussten und konnten und viel Zeit in Feld, Wald und Garten verbrachten. Mit den Mädels in meinem Alter (Anna und Tina) konnte ich nicht besonders viel anfangen – ich tobte lieber mit den Jungs durch die Gegend. Mit 16 hieß es dann auch für mich „ab in die Feuerwehr“, damals als Mädel ein seltenes Exemplar, und natürlich musste eine 80er her. Den Führerschein dafür habe ich zwar angefangen und die Theorie-Prüfung sogar mit 0 Fehlern bestanden, auf die folgende Praxis hatte ich dann aber irgendwann keine Lust mehr und habe lieber darauf gewartet, dass ich 18 werde. Dem Fahrvergnügen tat das keinen großen Abbruch, allerdings nur abseits von Landstraßen, sozusagen mitten durch die „Buttnik“. Um die elterlichen Nerven zu schonen wurde das natürlich streng geheim gehalten. Besonders im Sommer war es relativ einfach: Wir (Helmar, Tom, Marc, Basti, Tino und ich = die Nutella-Gang) hausten häufig in Zelten oder in Scheunen. Von dort ließen sich die Mopeds des Nachts einfach 200-300 m aus dem Ort schieben, ankicken, und schon ging es ab zur Party in die Nachbarorte. Aber Pssst! Ich glaube, meine Eltern wissen das immer noch nicht!
Nach dem Abi ging es dann zum ersten mal in eine größere Stadt. Eine Ausbildung zur Betriebswirtin für Fremdsprachen und Tourismus war mein erklärtes Ziel, nicht ohne Hintergedanken natürlich. Für mich stand fest: Ich werde die schönsten Länder dieser Welt kennenlernen, und auch noch Geld dafür bekommen! Es ging nach Hannover an die Dr. Buhmann Fachakademie, wo ich auf Miri, Inken, Anja, Henrike und noch so einige andere traf. Lüttje Lage im Turm, Happy Hour im Saosalitos und viele dienstägliche Ausflüge ins Incognito nach Celle standen von jetzt an auf dem Plan. Zuhause war ich in diesen Jahren seltener Gast, denn die Wochenenden mussten nun gut aufgeteilt werden zwischen Hannover, Göttingen bei meinem Freund, Uelzen bei den Eltern meines Freundes – und Velgen. Irgendwie habe ich aber auch das alles geschafft.