Nach unserem Ganztagsausflug fehlte noch der 2. Teil unserer 1,5-Tagetour rund um den Kaoh Yai National Park. Um 15 Uhr Ortszeit hiess es deshalb wieder „rauf auf die Touri-Schleuder“ und mit Vollgas Richtung Berge. Zunaechst haben wir einen Tempel besichtigt, der unter der Erde lag. Wir wanderten am Fusse einiger Berge ueber flaches Gelaende, und ploetzlich tat sich vor uns ein kleines Loch auf: der Eingang vom Hoehlentempel. Nacheinander kletterten wir eine ziemlich steile und rutschige Betontreppe in die Tiefe. Unser Guide hat uns durch die teils sehr niedrigen Hoehlenteile gefuehrt und nicht nur zu den heiligen Staetten gebracht, sondern unsere Augen auch fuer die anderen Bewohner geoffnet – als da waeren: die Vogelspinne, Harry die Hoehlenspinne mit riesigen Fuehlern und ein paar Fledermausbabies. Die Hoehle war sehr beeindruckend, aber ich war froh, als wir endlich wieder an der frischen Luft waren. Wahrscheinlich habe ich zuviele Geschichten ueber Gaseintritte in solchen Hoehlen gelesen…
Draussen war es schon daemmerig, deshalb mussten wir uns ein bisschen beeilen. Auf zum Fusse der Berge, wo wir vom Auto hinuntersprangen und noch einige 100 m hastig zu Fuss zurueck gelegt haben. Und dann ging es auch schon los: Aus einer Hoehle an der Bergwand kam eine grosse Wolke herausgeflattert, die sich schnell als Millionen von Fledermaeusen entpuppte. Man konnte das Fluegelschlagen richtig hoeren, als die Wolke erst tief ueber die Baeume und ueber unsere Koepfe hinweg flog, um sich ein paar Inseken einzuverleiben, und sich dann auf den Weg zm Kaoh Yai National Park mache, wo es fuer die Millionen hungriger Leiber deutlich mehr Futter gibt. Es dauert ca. 1 Stunde, bis alle Fledermaeuse aus der Hoehle heraus sind. Man muss sich die Wolke wie eine Art Fluss am Himmel vorstellen oder vielleicht wie eine immer weiter quellende Rauchwolke, die sich ohne Unterbrechung wie ein Band vom Eingang der Hoehle bis zum etwa 20 km enfernten Nationalpark zieht. Dort teilt sich die grosse Horde in viele kleine Grueppchen auf, die nach Insekten jagen und schliesslich ab ca. 01:00 Uhr einzeln zurueckkehren. Schade war nur, dass es dann ziemlich schnell dunkel wurde und man nichts mehr sehen konnte. Ein paar Fotos haben wir geschossen, die aber nicht das wiedergeben, was wir gesehen haben.