Start: 8:00 Uhr
mit dabei: 2 Belgierinnen (ca. 50), 2 Hollaender (ca. 65), ein indisches Paerchen (Mitte 20) und ein einsamer Spanier (Ende 20)
ausserdem: unser Guide („call me A“) und unser namenloser Fahrer
Kosten: 1100 Baht (24,-) fuer 1,5 Tage Betreuung, Wasser, Snack (eine winzige Tuete Chips pro Person), Lunch und Obst
Der Khao Yai National Park liegt etwa 25 km von unserer Unterkunft entfernt. Auf der Ladeflaeche unseres Touri-Bombers sassen wir zusammengepfercht im eisigen Fahrtwind und waren alle mehr als froh, lange Hosen und Jacken anzuhaben. Nach ca. 20 Minuten hatten wir den Eingang erreicht, wo wir nochmals mit knapp 10 Euro Eintritt zur Kasse gebeten wurden, und dann waren wir drin. Erster Eindruck: Nicht viel anderes als draussen auch, alles gruen eben.
Ein paar Kilometer hinter dem Eingang haben wir an einem Aussichtspunkt einen ersten kurzen Stopp eingelegt, bei dem baumwollene Beinstulpen gegen Blutegel verteilt wurden.
Sexy!
Dem einen oder anderen wurde schon ein wenig mulmig bei dem Gedanken an die Blutsauger. Worauf hatten wir uns da schon wieder eingelassen?
Danach ging es ploetzlich los mit dem Entdecken: Kaum waren wir losgefahren, hielten wir auch schon wieder an, um eine Affenfamilie zu begutachten, die es sich mitten auf dem „Highway“ gemuetlich gemacht hatte und regelrecht fuer die Hobbyfotografen posiert haben.
Unser Guide hatte ausserdem ein extrem gutes Auge fuer kleine Viechereien – sei es ein dicker giftiger 100Fuessler am Strassenrand, oder gar eine kleine weisse Schlange mitten im Gebuesch, die sich als Stock tarnt!
Auch die entferntesten Voegel in irgendwelchen Baeumen, die wir nur als Schatten wahrnahmen, entpuppten sich dann bei genauerer Betrachtung mit dem Riesenfernglas als Nashornvoegel. Es war ein staendiges Stop and Go, bis wir nach etwa 1 Stunde das Tourist Information Center des Parks erreicht hatten. Hier konnte man sich ueber die Entstehung und die Lage des Parks informieren und natuerlich in die Touristenfalle Souvenir-Shop tappen.
Dann endlich ging es richtig los, ab in die Gruene Hoelle! Unser erster Ausflug dauerte allerdings kaum zehn Minuten, dann klingelte das Handy unseres Guides und es hiess „schnell zurueck zum Auto, es wurde ein Elefant gesichtet und wir fahren hin!“. Also im Galopp duch das Unterholz, auf den Touri-Bomber gesprungen und ein paar Kilometer gefahren. Das erste was wir sahen: Nichts. Dichtes Gruen und etwa 25-35 andere Touristen, die wie wir gebannt in den Wald starrten, um irgendwas zu erkennen. Nach ein paar Minuten dann eindeutige Geraeusche von brechendem Holz – der Elefant hatte sich offenbar entschlossen, nicht laenger auf der Stelle zu treten und endlich den Standort zu wechseln. Man konnte auch einen kleinen Blick auf einen dicken grauen Hintern erhaschen, aber das war es zunaechst. Auch eine fusslaeufige „Verfolgungsjagd“ mit den knapp 30 Touristen brachte keinen Erfolg, das grosse Tier war wie vom Erdboden verschluckt.
Also wieder zurueck zum Ausgangspunkt unserer Waldtour, und dann ging es richtig los. Ueber Stock und Stein, um riesige Baeume herum und ueber kleine Wasserlaeufe wurden wir gefuehrt, und immer wieder hielten wir an, weil unser Guide etwas entdeckt hatte – Nashornvoegel, Eidechsen, Raupen, Elefantenspuren, Stabheuschrecken… nicht zu vergessen ganze Horden von den selten zu Gesicht zu bekommenden Touristen… Da ist der Park schon 2200 km2 gross, aber alle Touris tummeln sich auf den gleichen Pfaden. Naja. Die Natur war trotzdem unglaublich schoen und sehr beeindruckend. Besonders die riesigen Baeume waren sehenswert, da kam man sich ploetzlich ganz schoen klein und unbedeutend vor.

Stabheuschreckemaennlicher NashornvogelInteressant waren auch die Fussabdruecke von wirklich grossen Elefanten an den unmoeglichsten Stellen, wo man sich staendig fragte, wie die grossen Viecher ueberhaupt dorthin kommen konnten, ohne zwischen den Baeumen steckenzubleiben. Tigerspuren haben wir nicht gefunden, dafuer hat uns unser Guide einen Baum gezeigt, der verhaeltnismaessig frische Baerenspuren aufwies: etwa zwei Monate alt. Ploetzlich fluestert der Spanier hinter mir: "Da drueben ist der Baer!" Einen halben Herzstillstand spaeter hatte ich dann auch mitbekommen, dass das ein Witz war... Robert und der Spanier haben gut gelacht! ohne Worte
Die Dschungeltour hat bis ca. 13:00 gedauert, dann waren wir wieder auf der Strasse und zurueck bei unserer Touri-Schleuder. Naechstes Ziel: Der Wasserfall aus dem Film „The Beach“ mit Leonardo di Caprio. Davor sollte es aber zunaechst Lunch geben, was auch bitter noetig war. Der Snack „Chips“ war ein Witz und hatte natuerlich nichts gegen den ersten Hunger ausrichten koennen.
Kaum drauf auf dem Wagen, hiess es aber gleich schon wieder „Alle absitzen – Affen!“. Mit Riesenfernglas und Kameras ausgestattet standen wir am Strassenrand und starrten in die Baumwipfel, wo man Mama Affe mit Baby gut erkennen konnte.
Dummerweise war es ihnen auf „unserer Seite“ wohl zu kalt und sie haben sich auf das Blaetterdach begeben, um sich zu sonnen. Fuer unseren Guide kein Hindernis: Alle man ab ins Unterholz und hinterher, vielleicht sehen wir von da noch was.
Und so war es auch. Nach dem Kampf gegen Schlingpflanzen, Dornen, rutschigen Boden und querliegende Baeume hatten wir endlich wieder freie Sicht auf die Affen und Gelegenheit fuer ein paar Fotos.
Da die Affen sich dann aber irgendwann entschlossen hatten, sich nicht weiter zu bewegen und uns ihren Hintern zuzuwenden, gaben wir nach ca. 1/2 Stunde dem Hungergefuehl nach und brachen auf.
Nach einem leckeren Lunch mit Reis, Gemuese, Huehnchen und dem versprochenen Obst hatten wir etwa eine Stunde Zeit, den Wasserfall zu geniessen.
Kommentar von Robert: „Im Film sah das Wasser aber blau aus, nicht so dreckig wie hier.“ Trotzdem ein sehr schoener Anblick! Die schoene Stimmung war aber leider rasch im Keller, als erste eine Busladung australischer Jugendliche und dann eine Busladung japanischer Jugendliche eintrafen. Wir sind schliesslich gefluechtet und haben uns oberhalb des Wasserfalls einen ruhigen Fleck zum Entspannen gesucht.
Gegen halb vier ging es weiter zu einem Aussichtspunkt auf einem der hoechsten Berge im Park. Unser Glueck mit Sonnenuntergaengen und Aussichten war uns aber auch hier wieder treu, und die Aussicht ging dank diesigem Himmel gegen Null. Am Horizont war nichts vom Park zu erkennen, allerhoechstens der Hauch einer Ahnung von der Huegelkette, die dort sein sollte. Naja, immerhin waren wir mal da… Also wieder runterfahren und ab zu unserer letzten Station des Tages, dem Watchtower, von wo aus man eine Wasserstelle beobachten kann, bei der man abends hin und wieder auch Elefanten sieht. Auf dem Weg dahin dann aber endlich unser persoenliches Highlight: Ein Elefant am Strassenrand! Wir haben das etwa 20 Jahre alte Tier gut eine halbe Stunde dabei beobachtet, wie es immer mal wieder im Wald verschwand und wieder auf die Strasse zurueck kam. Alles aber aus sicherer Entfernung, da so ein Elefant sehr gefaehrlich werden kann. Der Elefant wusste offenbar selbst nicht so recht, wo er eigentlich hin wollte, und stand schliesslich vor einer Bruecke, umgeben von Autos und Schaulustigen. Man konnte sehen, dass er langsam nervoes wurde. Bevor er dann richtig aergerlich werden konnte haben wir unsere Beobachtung abgebrochen und sind zur Lodge zurueckgefahren. Insgesamt ein toller Tag und viele neue Eindruecke!
PS: Auszuege aus „Der Fledder-Tiger“
(auf dem Weg in den Park, Robert und ich auf der offenen Ladeflaeche des Touri-Bombers)
Ich (ueber die fehlenden Gitter sinnierend): Hm, stell dir mal vor, da kommt jetzt so ein Tiger an, der kommt doch ohne Probleme an uns ran…dann werden wir zerfleddert…
Robert: Ach was, da sitzen doch erstmal noch die ganzen anderen Touris vor uns.
Ich: Meinst du, der ist dann satt, wenn er bei uns ankommt?
Robert: Klar.
Robert (eine Minute spaeter): Stell dir mal vor, der kommt dann zu uns durch und gibt Pfoetchen!













Hallo Janina, viele liebe Grüße aus Lüneurg. Klaus
und ich verfolgen eure Tour von Anfang an und
sind manchmal fast ein bisschen neidisch. Hoffent-lich seid ihr beide gesundheitlich bald wieder fit.
Grüße auch an Robert
Marion
Von: Marion Tiede am 15. November 2008
um 8:48